Was bedeutet Druck auf den Ski

Druck auf den Ski ist eine gebräuchliche Bezeichnung aus dem Training für die Belastung des Skis und die Steuerung der Kräfte, die zwischen Skifahrer, Ausrüstung und Schnee entstehen. Im genauen physikalischen Sinn ist Druck eine Kraft, die auf eine bestimmte Fläche wirkt. Im Skisportunterricht ist damit jedoch meist die weiter gefasste Fähigkeit gemeint, Größe, Richtung, Verteilung und Zeitpunkt der Belastung zu regulieren.

Druck ist daher nicht eine einzelne isolierte Bewegung und auch nicht der Befehl „stärker drücken“. Moderne Methoden beschreiben ihn als das Regulieren von Kräften, die beim Kontakt von Ski und Schnee entstehen. Einen Teil dieser Kräfte erzeugt das Gewicht des Skifahrers, einen Teil die Bewegung in der Kurve und einen Teil die aktive Arbeit der Beine. Der Skifahrer beeinflusst sie durch die Position über den Skiern, das Beugen und Strecken der Beine, das Kanten und das Führen der Kurve.

Warum die Belastung des Skis wichtig ist

Eine angemessene Belastung hilft, den Kontakt des Skis mit dem Schnee zu halten. Zusammen mit dem richtigen Kantenwinkel ermöglicht sie dem Ski, zu greifen, sich zu biegen und die Kurve zu fahren. Ein großer Druck allein garantiert jedoch keine gute Kurve. Wird der Ski zu spät, zu abrupt oder ohne passendes Kanten belastet, kann er statt sauberer Führung wegrutschen.

Die Belastung sollte man in drei Zusammenhängen sehen:

  • zwischen rechtem und linkem Ski – vor allem zwischen Außen- und Innenski,
  • längs des Skis – zwischen Vorder-, Mittel- und Hinterteil des Fußes und des Skis,
  • über die Zeit – der Druck löst sich während der Kurve, entsteht und wird wieder kleiner.

Bei einer normalen parallelen Kurve trägt in der Regel der Außenski: in der Linkskurve der rechte und in der Rechtskurve der linke. Der Innenski bleibt dabei aber nicht untätig. Er hilft bei der Balance, der Steuerung und dem flüssigen Übergang in die nächste Kurve. Die Forschung zeigt, dass sich das Kräfteverhältnis zwischen den Skiern je nach Kurvenart, Kurvenphase, Hangneigung, Geschwindigkeit und technischem Können des Skifahrers verändert. Eine einzig richtige prozentuale Aufteilung gibt es deshalb nicht.

Wie sich der Druck während der Kurve verändert

Am Ende der alten Kurve verringert der Skifahrer die Belastung und ermöglicht den Skiern, auf die neuen Kanten zu wechseln. Zu Beginn der neuen Kurve sucht er Halt auf dem künftigen Außenski. Die Belastung nimmt dann je nach Geschwindigkeit, Kurvenform und Gelände zu und wird vor dem nächsten Kantenwechsel wieder kleiner.

Im Riesenslalom des Rennsports wurde auch eine Verschiebung der wirkenden Kräfte entlang des Fußes beobachtet: zu Beginn der Kurve mehr nach vorn und im weiteren Verlauf in Richtung Ferse. Dieses Ergebnis ist jedoch keine Aufforderung, sich am Ende der Kurve nach hinten zu setzen. Die Position muss funktional bleiben und der Skifahrer muss auf die nächste Richtungsänderung vorbereitet sein. Außerdem erfassen die Druckeinlagen in den Skischuhen nicht alle Kräfte, da ein Teil der Belastung über den Schaft und die Manschette des Skischuhs übertragen wird.

Druck auf den Ski – technische Illustration von Ski Loko

Druck auf den Ski beim Unterricht von Kindern

Einem kleinen oder noch unerfahrenen Skifahrer hilft die abstrakte Anweisung „Druck erzeugen“ meist nicht weiter. Geeigneter ist eine Bewegungsaufgabe, bei der das Kind die Stütze natürlich findet: sich über den Außenski stellen, den Bogen bis zum Stillstand fahren oder für einen kurzen Moment den Innenski entlasten.

Die Trainingsaufgabe muss dem Alter, dem Gleichgewicht und dem Können des Kindes entsprechen. Ein kurzes Anheben von Spitze oder Ferse des Innenskis kann zeigen, ob das Kind auf dem Außenski steht. Längeres Fahren nur auf einem Ski verlangt bereits gute Stabilität und gehört auf einen flachen, freien Hang unter Anleitung des Trainers. Ziel ist nicht, dass das Kind in jedem Bogen den Innenski hebt.

Bei Kindern achtet der Trainer vor allem darauf, ob:

  • die Stütze flüssig und ohne Stampfen entsteht,
  • der Oberkörper nicht nach innen in den Bogen kippt,
  • das äußere Bein aktiv bleibt und nicht verkrampft gestreckt ist,
  • beide Ski ungefähr in die gleiche Richtung weiterfahren,
  • das Kind die Belastung vor dem nächsten Bogen wieder lösen kann.

Forschungen, die erfahrenere und fortgeschrittene Skifahrer vergleichen, bestätigen, dass die Qualität der Fahrt nicht nur durch die Höhe der Kraft beschrieben wird. Wichtig ist auch das Zusammenspiel von Belastung und Körperbewegung sowie die ähnliche Qualität von rechten und linken Bögen.

Wettkampfkontext

Im Torlauf entscheidet nicht nur, wie stark der Rennläufer den Ski belastet, sondern vor allem wann und in welche Richtung er es tut. Eine späte, heftige Belastung hinter dem Tor führt oft zum Rutschen und zum Verlust von Höhe oder Geschwindigkeit. Der Trainer sucht deshalb in der Regel nach früherer Stütze auf dem neuen Außenski und nach einem fließenden Kraftaufbau entsprechend der gewählten Linie.

Mit steigender Geschwindigkeit und kleinerem Radius können die Kräfte deutlich höher sein, doch die Messergebnisse aus dem Spitzen- oder Erwachsenenski fahren lassen sich nicht mechanisch auf Kinder übertragen. Ein junger Rennläufer muss zuerst Gleichgewicht, Kantenwechsel und die Führung der Ski beherrschen. Maximales „Drücken“ ohne diese technische Grundlage ist nicht das Ziel.

Typische Fehler und Missverständnisse

  • Auf den Ski stampfen: ein kurzer Stoß ersetzt keine fließende Stützenbildung und kann das Gleichgewicht stören.
  • Dauernd in die Schuhzungen drücken: das Schienbein kann am Schaft anliegen, aber ein dauerhafter starker Druck nach vorn ist keine allgemeine Lösung.
  • Sitzen hinten: Druck auf der Ferse bedeutet noch nicht, dass das Becken hinter den Füßen bleiben soll.
  • Mit dem ganzen Körper nach innen fallen: der Skifahrer verliert die Stütze auf dem Außenski und versucht, sie durch kräftiges Drücken zu ersetzen.
  • Fester Abstand zwischen den Ski: Faustregeln wie 100: 0 oder 80: 20 gelten nicht für jede Kurve, jedes Gelände und jeden Schnee.
  • Verwechslung von Gefühl und Messung: Das Druckgefühl unter den Füßen ist nicht dasselbe wie die gesamte auf den Ski übertragene Kraft.

Aus Trainersicht ist Druck in den Ski das Ergebnis einer gut getimten Bewegung, nicht eine um ihrer selbst willen ausgeführte Kraftaufgabe. Beobachtet werden das Verhalten der Ski, die Spur im Schnee, die Stabilität des Körpers und der flüssige Übergang zwischen den Kurven. Erst ihr gemeinsames Bild zeigt, ob der Skifahrer die Belastung wirklich steuert.

Quellen und weiterführende Lektüre

  1. PSIA-RM Alpine Assessment Guide 2025–26
  2. U.S. Ski & Snowboard – Level 100 Alpine Fundamentals Instructor Manual
  3. Influence of slope steepness, foot position and turn phase on plantar pressure distribution during giant slalom alpine ski racing
  4. Recent Kinematic and Kinetic Advances in Olympic Alpine Skiing: Pyeongchang and Beyond
  5. Comfortable and Convenient Turning Skill Assessment for Alpine Skiers Using IMU and Plantar Pressure Distribution Sensors
  6. What Are Kinematic and Kinetic Differences between Short and Parallel Turn in Alpine Skiing?
  7. Asymmetries in Ground Reaction Forces During Turns by Elite Slalom Alpine Skiers Are Not Related to Asymmetries in Muscular Strength
  8. Comparison of the Turn Switch Time Points Measured by Portable Force Platforms and Pressure Insoles