Was ist der Pflug

Pflug ist die Stellung der Ski, bei der die Spitzen näher beieinander und die Skischwänze weiter auseinander sind. Die Ski bilden so von oben gesehen die Form eines nach hinten geöffneten V. Die Spitzen sollen sich weder berühren noch kreuzen. Beide Ski werden auf den gegenüberliegenden, also inneren Kanten geführt; das Ausmaß der Kantenstellung hängt davon ab, ob der Skifahrer vor allem gleiten, bremsen oder wenden will.

Der Pflug bezeichnet die gegenseitige Stellung der Ski, nicht eine starre Haltung des ganzen Körpers. Der Skifahrer soll ausbalanciert über der Auflagefläche zwischen den Füßen bleiben, mit elastisch gebeugten Sprunggelenken, Knien und Hüften. Der Oberkörper ist ruhig und natürlich in Fahrtrichtung ausgerichtet.

Gleit- und Bremsplflug

Beim Gleitpflug sind die Ski nur leicht geöffnet und mit geringem Winkel aufgekantet. Der Skifahrer bewegt sich mit geringer Bremswirkung vorwärts. Diese Form hilft Anfängern, sich an das Gleiten zu gewöhnen, das Gleichgewicht zu halten und sich auf die Richtungsänderung vorzubereiten.

Beim Bremspflug vergrößert der Skifahrer den Widerstand der Ski gegen den Schnee durch kontrolliertes Öffnen der Skienden und stärkeres Aufkanten. Eine allein sehr große Spreizung garantiert jedoch noch kein gutes Bremsen. Wichtig sind der Kontakt der Kanten mit dem Schnee, ein angemessener Druck und eine ausgewogene Position. Ein zu breiter Pflug ist meist anstrengend, schränkt die Beinarbeit ein und kann zu Rücklage führen.

Bei der direkten Abfahrt dient der Pflug zum Verlangsamen oder Anhalten. In anschließenden Schwüngen sollte die Geschwindigkeit jedoch nicht nur durch ständiges Vergrößern des Pflugs geregelt werden. Die Lehrmethoden des Skikurses betonen vor allem Geschwindigkeitskontrolle über die Schwungform: Je mehr der Skifahrer den Schwung quer zum Hang fertig fährt, desto wirksamer verringert er die Geschwindigkeit ohne kraftvolles Bremsen.

Wie der Schwung im Pflug entsteht

Der Pflug entsteht durch die Bewegung der Beine: Die Ski drehen sich und ihre Enden bewegen sich voneinander weg. Die Bewegung soll vor allem aus den Hüftgelenken und den Beinen kommen, nicht durch ein erzwungenes Drücken der Knie nach innen. Der Oberkörper bleibt stabil und soll den Schwung nicht durch ein plötzliches Drehen der Schultern einleiten.

Im Pflugschwung werden beide Ski in die neue Richtung geführt. Dabei verändern sich sowohl ihre Kantenstellung als auch die Druckverteilung: Der äußere Ski bietet nach und nach mehr Halt, der innere Ski bleibt jedoch aktiv und setzt die Drehbewegung fort. Ziel ist es nicht, das ganze Gewicht mit einem Sprung auf einen Ski zu verlagern, sondern beide Ski fließend zu lenken und das Gleichgewicht zu bewahren.

Ein guter Pflugschwung hat eine klare Form, eine angemessene und gleichmäßige Geschwindigkeit und einen fließenden Übergang in den nächsten Schwung. Der Pflug muss während der ganzen Fahrt nicht gleich breit sein, sollte sich aber nicht ohne Grund abrupt öffnen und schließen.

Pflug – technische Illustration Ski Loko

Pflug im Unterricht mit Kindern

Der Pflug gehört zu den grundlegenden Fähigkeiten im Kinderskifahren, weil er dem Kind ermöglicht, selbstständig zu bremsen, anzuhalten und die Richtung zu wählen. Schweizer methodische Materialien ordnen ihn bereits der ersten Stufe zusammen mit Gleiten, Steigen und einfachem Schwingen zu.

Es gibt kein allgemeingültiges Alter, in dem ein Kind den Pflug beherrschen oder ihn wieder aufgeben muss. Das Lerntempo beeinflussen Gleichgewicht, die Fähigkeit, die Beine selbstständig zu bewegen, die Wahrnehmung des eigenen Körpers, das Verstehen der Aufgabe, Müdigkeit sowie frühere Bewegungserfahrungen. Manche Kinder schauen beim Formen des Pflugs auf die Ski, weil sie die Stellung der Füße ohne visuelle Kontrolle noch nicht zuverlässig wahrnehmen können. Der Trainer verwendet deshalb kurze, verständliche Aufgaben und lenkt die Aufmerksamkeit des Kindes schrittweise wieder auf die Fahrtrichtung.

Das Üben gehört auf einen flachen, breiten und übersichtlichen Hang mit sicherem Auslauf. Das Gelände muss ermöglichen, dass das Kind auch ohne große Muskelkraft langsamer wird. Ein zu steiler Hang führt oft zu einem weiten, verkrampften Pflug, Rücklage und Angst. Das ist kein Beweis für fehlenden Mut, sondern ein Zeichen dafür, dass Aufgabe oder Gelände dem aktuellen Niveau nicht entsprechen.

Der Übergang zum parallelen Führen der Ski sollte nicht nur deshalb beschleunigt werden, weil der Pflug nach Anfängertechnik aussieht. Gleichzeitig ist es nicht sinnvoll, das Kind länger als nötig im weiten Pflug zu halten. Wenn es Richtung, Geschwindigkeit und Gleichgewicht steuern kann, verkleinert der Trainer den Pflug schrittweise und schafft Bedingungen für ein natürliches Zusammenführen der Ski.

Renn- und Trainingskontext

Der Pflug ist keine Zieltechnik des Rennlaufs. In der Trainingspraxis kann er jedoch als einfache Übung zum Drehen der Beine, zum Wahrnehmen der Kanten, zur fließenden Druckverteilung und zur Kontrolle der Bogenform dienen. Auch ein erfahrenerer Skifahrer kann daran zeigen, ob er beide Ski führen kann, ohne den Oberkörper übermäßig zu drehen oder eine Seite zu stark zu belasten.

Der Einsatz des Pflugs im Training ist eine methodische Wahl, kein Rennreglement. Die Übung muss einen klaren Zweck und ein passendes Gelände haben; das ziellose Wiederholen eines weiten Pflugs entwickelt nicht die Dynamik, die für parallele und Rennkurven nötig ist.

Typische Fehler

  • zu weite, verkrampfte Pflugstellung,
  • Zusammenführen oder Kreuzen der Skispitzen,
  • Rücklage und Abstützen der Waden an der Rückseite der Skischuhe,
  • das Erzeugen des Pflugs durch Drücken der Knie nach innen,
  • Beginn der Kurve durch Drehen der Schultern statt durch Führen der Ski mit den Beinen,
  • ruckartiges Springen des Gewichts von einem Ski auf den anderen,
  • die Geschwindigkeit nur durch Vergrößern des Pflugs zu kontrollieren,
  • Üben an einem zu steilen oder überfüllten Hang.

Blick des Trainers

Der Trainer beurteilt nicht nur, ob die Ski ein richtiges V bilden. Er achtet vor allem auf das Ergebnis: Gleichgewicht, Bewegungsrichtung, Flüssigkeit, Kanten, Form der Kurven und die Fähigkeit, sicher anzuhalten. Die Anweisung wird an die konkrete Fehlerursache angepasst. Bei einem Kind muss der Pflug kleiner werden, bei einem anderen die Beinbewegung verbessert oder ein sanfterer Hang gewählt werden.

Der Pflug hat seine Aufgabe erfüllt, wenn er dem Skifahrer Kontrolle gibt, aber die weitere Entwicklung nicht blockiert. Er ist der Ausgangspunkt für selbstständiges Fahren und für die parallele Kurve, nicht eine Prüfung mit nur einer vorgeschriebenen Körperposition.

Quellen und weiterführende Lektüre

  1. PSIA-RM Alpine Assessment Guide 2025–26
  2. PSIA-RM Individual Development Plan – Skiing, aktualisiert im November 2025
  3. PSIA-RM Alpine Level 1 Training and Development Guide
  4. Swiss-Ski und BASPO – Kids auf Ski und Snowboard
  5. Swiss-Ski – Kindersport
  6. PSIA-RM – Psychomotor: What The Heck is That?
  7. Swiss-Ski – Lehrmittel Alpin