Was ist ein erneutes Durchfahren eines Torstabs

Erneutes Durchfahren eines Torstabs ist die Rückkehr eines Rennläufers zu einem ausgelassenen oder falsch durchfahrenen Tor mit dem Ziel, es vorschriftsmäßig zu passieren. Im Skibereich wird auch der Ausdruck zum Tor zurückkehrenverwendet; auf Englisch kann man auf die Bezeichnung hiking.

stoßen. Ob ein Tor korrekt passiert wurde, hängt nicht davon ab, ob der Rennläufer den Stab berührt oder umgerissen hat. Entscheidend sind die Torlinie und die Position beider Füße und der Skispitzen gemäß Artikel 661.4 der FIS-Regeln. Ein umgerissener Stab bedeutet daher für sich allein nicht unbedingt einen Fehler, während das Umfahren des Stabs von der falschen Seite auch ohne Berührung ein Fehler sein kann.

Aktuelle FIS-Regel

Nach der aktuellen FIS-Dokumentation und der Präzisierung von Artikel 614.2.3 gilt:

  • wenn die Ski des Rennläufers völlig zum Stillstand gekommen sind, darf der Rennläufer nicht mehr über das vorherige oder ein weiteres Tor weiterfahren;
  • wenn die Ski nicht vollständig zum Stillstand gekommen sind, darf der Rennläufer weiterfahren, darf dabei jedoch den nachfolgenden Rennläufer nicht behindern und von ihm nicht überholt werden;
  • nach einem nicht behobenen Torfehler soll nicht weiter die Strecke hinuntergefahren werden; das Weiterfahren nach einem Fehler oder nach vollständigem Stillstand gehört zu den Gründen für eine Strafe gemäß Artikel 628.8.

Das klassische seitliche Absteigen oder das rückwärtige Hinaufsteigen im Schnee nach einem vollständigen Stillstand ist also in von den FIS-Regeln geleiteten Rennen nicht erlaubt, auch nicht im Slalom. Ältere Regeln und manche nationale Systeme kannten oder kennen noch heute eine abweichende Ausnahme für nicht-FIS-Slalomrennen. Ein Beispiel sind besonders gekennzeichnete amerikanische Regeln für einige heimische Wettbewerbe. Eine solche Ausnahme kann nicht automatisch auf FIS-Rennen oder auf eine slowakische Veranstaltung übertragen werden. Entscheidend sind immer die Regeln, nach denen der jeweilige Wettbewerb ausgeschrieben ist.

Der vollständige Stillstand bezieht sich auf die Ski, nicht nur auf eine deutliche Verlangsamung des Körpers. Der Rennläufer sollte jedoch nicht versuchen, eine minimale Bewegung um den Preis eines gefährlichen Manövers aufrechtzuerhalten. Sicherheit und das Nicht-Behindern des nächsten Starters haben Vorrang.

Erneutes Durchfahren eines Torstabs – technische Illustration Ski Loko

Es ist kein Wiederfahren

Das erneute Durchfahren eines Torstabs darf nicht mit Wiederfahren (re-run). Ein erneutes Befahren darf die Jury unter den in den Regeln festgelegten Bedingungen erlauben, zum Beispiel nach einem anerkannten Hindernis oder einer Störung, die die Fahrt beeinflusst hat. Der Rennläufer kann es sich nicht selbst zusprechen, indem er zur Torstange zurückkehrt.

Wenn ein Rennläufer wegen eines Hindernisses auf der Strecke ein erneutes Befahren verlangt, muss er nach den Regeln für das Unterbrechen der Fahrt und den Antrag auf ein vorläufiges erneutes Befahren vorgehen. Das Weiterfahren bis ins Ziel kann einen solchen Anspruch ungültig machen.

Kinder- und Trainingskontext

Im Training kann der Trainer einem Kind erlauben, zu einem ausgelassenen Tor zurückzukehren. Das ist jedoch Trainingspraxis, nicht eine Wettkampfregel. Ziel kann das Verständnis der Torreihenfolge, die Orientierung auf der Strecke oder das Abschließen einer technischen Aufgabe sein.

Eine solche Übung hat nur auf einer kontrollierten Trainingsstrecke, mit ausreichenden Abständen und klaren Anweisungen des Trainers Sinn. Ein Kind darf nicht gegen die Fahrtrichtung zurückfahren, wenn sich von oben ein weiterer Skifahrer nähert. Bei jüngeren Kindern ist es wichtiger, rechtzeitig auf die nächsten Tore zu schauen und die Strecke sicher zu verlassen, als die Gewohnheit zu fördern, jeden Fehler mit einer abrupten Rückkehr auszubügeln.

Vor dem Rennen soll der Trainer den Kindern die einfache, für die jeweilige Veranstaltung geltende Regel erklären. Bei einem Wettkampf nach FIS: solange sich die Ski bewegen, kann der Fehler durch eine sichere Rückkehr behoben werden; nach dem vollständigen Anhalten wird die Fahrt nicht fortgesetzt. Der Rennläufer verlässt anschließend die Strecke auf eine Weise, die den nächsten Starter nicht gefährdet, und beachtet die Anweisungen der Streckenrichter.

Häufige Missverständnisse

  • „Im Slalom kann ich immer wieder zurücklaufen.“ – Bei aktuellen FIS-Rennen gilt das nach dem vollständigen Anhalten nicht.
  • „Wenn ich die Stange umstoße, habe ich das Tor verpasst.“ – Nicht unbedingt; entscheidend ist das richtige Überqueren der Torlinie.
  • „Wenn ich zurückkehre, bekomme ich eine neue Zeit.“ – Nein. Die Zeit läuft weiter, und die Rückkehr ist kein erneutes Befahren.
  • „Die Regel aus dem Kindertraining gilt auch im Rennen.“ – Der Trainer kann die Rückkehr als Übung nutzen, aber der Wettkampf richtet sich nach seinen offiziellen Regeln.

Quellen und weiterführende Lektüre

  1. FIS – Alpine Skiing Documents, aktuelle International Competition Rules und Klarstellungen
  2. FIS – Precisions Northern Hemisphere, 4. Dezember 2025, Artikel 614.2.3
  3. FIS – Precisions Northern Hemisphere, 18. November 2025
  4. U.S. Ski & Snowboard – 2024/2025 Alpine Update and Review, Unterschied zwischen FIS- und heimischen Regeln
  5. U.S. Ski & Snowboard – Masters Alpine Competition Guide 2022/2023, korrekte Durchfahrt des Tores und nationale Ausnahmen
  6. FIS – Ergebnisse Grand Targhee Resort 2025/2026, Verwendung von Artikel 628.8
  7. FIS – Ergebnisse Val d’Isère 2025/2026, Verwendung von Artikel 628.8