Was ist eine Zwischenzeit

Zwischenzeit (auf Englisch intermediate time oder split time) ist die vom Start des Rennläufers bis zu einem bestimmten Zwischenzeitpunkt auf der Strecke gemessene Zeit. Es handelt sich also in der Regel um eine kumulative Zeit: Die erste Zwischenzeit zeigt die Zeit vom Start bis zum ersten Punkt, die zweite Zwischenzeit die Zeit vom Start bis zum zweiten Punkt und so weiter.

Der Zwischenzeitpunkt ist mit einem Gerät ausgestattet, das die Durchfahrt des Rennläufers erfasst. Die mit der Tageszeit arbeitende Zeitmessung bestimmt anschließend die Differenz zwischen dem Startimpuls und dem Impuls an der jeweiligen Stelle. Bei offiziellen Veranstaltungen richtet sich die Zeitmessung nach den FIS-Regeln, dem jeweiligen technischen Handbuch und den Anforderungen an zugelassene Geräte.

Zwischenzeit, Abschnittszeit und Zeitdifferenz

Diese drei Angaben werden oft verwechselt:

  • Zwischenzeit ist die Zeit vom Start bis zu einem bestimmten Punkt.
  • Abschnittszeit ist die Zeit zwischen zwei aufeinanderfolgenden Punkten.
  • Zeitdifferenz drückt den Vorsprung oder Rückstand gegenüber einem Vergleichsläufer aus, meist dem aktuellen Führenden.

Wenn ein Skifahrer die erste Zwischenzeit bei 24,37 Sekunden und die zweite bei 52,91 Sekunden hat, beträgt seine Zeit im Abschnitt zwischen diesen Punkten 28,54 Sekunden. Die Angabe +0,42 auf dem Bildschirm bedeutet normalerweise, dass er an diesem Punkt um 0,42 Sekunden langsamer war als der verglichene Läufer. Das bedeutet nicht, dass seine Zwischenzeit 0,42 Sekunden betrug. Die Darstellung kann je nach Disziplin, Durchgang und verwendetem Auswertungssystem unterschiedlich sein. Im zweiten Lauf kann die Grafik auch die laufende Summe beider Läufe anzeigen.

Bedeutung im Rennen

Zwischenzeiten helfen zu erkennen, in welchem Abschnitt der Strecke ein Rennläufer Zeit gutgemacht oder verloren hat. Für sich allein bestimmen sie jedoch nicht die Endplatzierung. Das offizielle Ergebnis basiert auf der gültig gemessenen Zielzeit gemäß den Regeln der jeweiligen Disziplin. Ein Rennläufer kann eine Zwischenzeit haben, doch wenn er die Strecke später nicht beendet oder sein Lauf nicht gültig ist, sichert ihm die Zwischenzeit keine Platzierung.

Die schnellste Zwischenzeit führt außerdem nicht unbedingt zum schnellsten Ergebnis. Eine aggressive Fahrt durch den oberen Teil kann die Anfahrt in den nächsten Abschnitt verschlechtern, die Ausfahrtsgeschwindigkeit senken oder das Fehlerrisiko erhöhen. Deshalb sollte die Zwischenzeit immer zusammen mit dem weiteren Fahrverlauf bewertet werden.

Zwischenzeit – technische Illustration Ski Loko

Blick des Trainers

In der Trainingspraxis ist es sinnvoller, mit mehreren Zwischenzeiten und den daraus abgeleiteten Abschnittszeiten zu arbeiten als nur mit einem einzigen Wert. Eine kumulierte Zwischenzeit zeigt, dass der Rückstand bereits entstanden ist, aber erst die Einteilung der Strecke in Abschnitte hilft genauer zu bestimmen, wo das passiert ist. Aus den Zahlen allein lässt sich die Ursache jedoch nicht zuverlässig erkennen. Der Trainer verbindet sie deshalb mit Video, Beobachtung der Linie, des Rhythmus, des Gleichgewichts, der Bewältigung von Geländeänderungen und der Geschwindigkeit am Ausgang.

Verglichen werden muss dieselbe Strecke, derselbe Lauf und derselbe Zwischenzeitpunkt. Das Ergebnis können Änderungen des Schnees, Wind, Sicht, die ausgefahrene Spur sowie die Präparierung der Strecke beeinflussen. Ein Unterschied von wenigen Zehnteln ist daher nicht automatisch ein Beweis für bessere oder schlechtere Technik.

Zwischenzeit bei Kindern

Bei jungen Skifahrern ist die Zwischenzeit ein Hilfswert, nicht das Hauptziel der Fahrt. Vor allem bei Anfängern und jüngeren Kindern haben sicheres Führen der Ski, Gleichgewicht, das richtige Befahren der Strecke und das saubere Beenden der Fahrt Vorrang. Der Versuch, durch gewaltsames Begradigen der Linie Zeit gutzumachen, kann zu Kontrollverlust oder zu einer falschen Anfahrt in das nächste Tor führen.

Angemessenes Feedback ist konkret: Das Kind kann erkennen, dass es in einem flüssigen Abschnitt schneller war, aber nach einer späten Anfahrt in die Kombination Zeit verloren hat. Der Trainer berücksichtigt dabei Alter, fahrerisches Niveau und die Fähigkeit des Kindes, Zeitunterschiede zu verstehen. Zehntelsekunden sind erst dann aussagekräftig, wenn sie mit einem beobachtbaren und sicher korrigierbaren Teil der Fahrt verbunden werden können.

Ein typischer Fehler ist, die gesamte Leistung nur anhand einer grünen oder roten Anzeige auf dem Display zu bewerten. Die Zwischenzeit ist ein Diagnosewerkzeug. Die Qualität der Fahrt oder des Rennläufers lässt sich ohne Kontext nicht erkennen.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. FIS – Timing & Data; aktuelle Zeitmessungs-Handbücher, Datenhandbücher und Liste homologierter Geräte
  2. FIS – Alpine Skiing Documents; International Competition Rules 2026/2027
  3. FIS – Alpine Skiing Timing Booklet, Version 2.55; technisches Referenzdokument
  4. U.S. Ski & Snowboard – Alpine Competition Officials Education Resources
  5. U.S. Ski & Snowboard – 2026 Alpine Competition Guide
  6. U.S. Ski & Snowboard – Timing & Calculations; Zwischenzeiten und Zeitmessprotokoll
  7. FIS – Timing Booklet for Snowboard and Freestyle, Version 1.5; Definition von intermediate times in FIS-Disziplinen