Was ist ein Starttor
Starttor ist eine mechanische und elektronische Vorrichtung am Start von Skirennen. Ihre bewegliche Stange, die oft auch mit dem englischen Begriff start wand, bezeichnet wird, ist mit der Zeitmessung verbunden. Wenn der Wettkämpfer sie beim Absprung öffnet, sendet das Gerät einen elektrischen Impuls, der seine tatsächliche Startzeit erfasst.
Es handelt sich also nicht um das erste Slalomtor auf der Strecke und auch nicht um den Startraum. In parallelen Disziplinen können Starttore verwendet werden, die sich auf gesteuerte Weise öffnen. Die FIS führt Starttore und Starttore als separate Kategorien von Zeitmessgeräten.
Starttor und Zeitmessung
Bei Rennen im FIS-Kalender darf nur homologierte Zeitmessausrüstung verwendet werden. Die aktuelle FIS-Liste nennt Hersteller, Modell und Homologationsnummer des Geräts.
Das Starttor muss getrennte, elektronisch isolierte Kontakte für das Haupt-Zeitmesssystem A und das Backup-System B bieten. Das Öffnen derselben Stange erzeugt so den Startimpuls für beide Systeme. Die elektronische Zeitmessung wird außerdem durch eine unabhängige manuelle Zeitnahme ergänzt.
Muss das Starttor während eines Laufs ausgetauscht werden, verlangen die technischen Regeln dasselbe Gerät in derselben Position. Das Tor wird von einem qualifizierten Zeitnehmer oder einem beauftragten Organisator eingestellt, getestet und angeschlossen; der Wettkämpfer oder Trainer sollte seine Position nicht eigenmächtig verändern.
Anweisung des Starters und tatsächlicher Start
Das verbale oder akustische Signal des Starters und der Beginn der Zeitmessung sind nicht immer identisch. Das Signal erlaubt dem Wettkämpfer loszufahren, doch seine elektronische Zeit beginnt erst mit dem Öffnen der Startstange. Dabei muss der Wettkämpfer das Startverfahren und das Zeitfenster der jeweiligen Disziplin einhalten.
In Abfahrt, Super-G und Riesenslalom wird ein festgelegtes Startintervall und ein Countdown verwendet. Bei FIS-Veranstaltungen höherer Stufe ist eine Startzeitmessung mit akustischem Countdown vorgeschrieben. Im Slalom gibt der Starter nach der Starterlaubnis den Hinweis „Ready“ und einige Sekunden später das Kommando „Go“; der Wettkämpfer soll laut Regeln ungefähr innerhalb von zehn Sekunden starten.

Der genaue Ablauf bei Kinder-, Vereins- oder nationalen Rennen kann durch das Wettbewerbsreglement des Veranstalters oder des nationalen Verbands ergänzt werden. Ein Kind soll daher dem Starter zuhören und sich nicht nur auf den aus dem Training bekannten Ablauf verlassen.
Bedeutung im Kindertraining
Der Start ist nicht nur ein Kraftabsprung. Er ist eine kurze Koordinationsaufgabe, bei der der junge Skifahrer die Reaktion auf das Kommando, den Einsatz der Stöcke, die Vorwärtsbewegung des Körperschwerpunkts und den fließenden Übergang zu den ersten Schwüngen verbindet.
In der Trainingspraxis geht man vom einfachen Absprung auf einem flachen und sicheren Abschnitt bis zum Start in die Strecke. Bei kleineren Kindern ist es wichtiger, eine stabile Position und eine klare Reaktion auf das Kommando zu beherrschen, als den aggressiven Start eines erwachsenen Rennläufers nachzuahmen. Die Anzahl der Skatingschritte, die Stärke des Abstoßes und der Zeitpunkt des Übergangs in die Abfahrtshaltung hängen von der Neigung, der Oberfläche, der Disziplin und dem motorischen Niveau des Kindes ab.
Der Trainer achtet vor allem darauf, ob der Skifahrer:
- ausgewogen steht und sich nicht auf die Startstange stützt,
- die Stöcke für einen symmetrischen und sicheren Abstoß vorbereitet hat,
- reagiert erst auf einen gültigen Startbefehl,
- verlagert die Hüfte zusammen mit dem Oberkörper nach vorn und bleibt nicht „hinten sitzen“,
- stellt nach dem Abstoß die Stabilität schnell wieder her,
- richtet die Aufmerksamkeit auf die Anfahrt und die erste Torstange, nicht auf den Mechanismus unter den Füßen.
Typische Fehler und Missverständnisse
Ein häufiger Fehler ist das zu frühe Zusammendrücken oder Öffnen der Stange beim Anpassen der Haltung. Ein weiteres Problem ist eine abrupte Armbewegung ohne Verlagerung der Hüfte, zu weit gesetzte Stöcke, ein ungleichmäßiger Abstoß oder das sofortige Einnehmen einer tiefen Position noch vor dem Gleichgewicht.
Das Kind sollte sich auch nicht nach dem Rennläufer vor ihm oder nach dem Geräusch von der Strecke starten. Entscheidend ist das Startkommando des Starters, das direkt an es gerichtet ist. Wenn es ein Problem mit dem Tor, der Ausrüstung oder der Startbereitschaft hat, soll es an Ort und Stelle bleiben und den Starter oder Trainer darauf aufmerksam machen.
Aus Trainersicht ist ein guter Start ein Start, der wiederholbar ist, dem Alter entspricht und in eine kontrollierte Anfahrt zur ersten Torstange führt. Der kleine Zeitvorsprung aus einem kräftigen Abstoß ist bedeutungslos, wenn der Läufer anschließend Richtung, Gleichgewicht oder den Rhythmus der Strecke verliert.
Quellen und weiterführende Lektüre
- FIS – Alpine Skiing Documents: International Competition Rules 2026/27
- FIS – Timing & Data: Alpine Skiing Timing Booklet, Version 2.67, Juni 2026
- FIS – Homologated Timing Equipment: Start Gate
- FIS – Alpine Timing Booklet, Version 2.63
- U.S. Ski & Snowboard – 2026 Alpine Competition Guide
- U.S. Ski & Snowboard – Alpine Competition Officials Education Resources