Anfang Februar 2026 machten wir uns auf den Weg nach Bakhmaro. Keine halbjährige Planung. Es hatte geschneit, ein Freund war schon vor Ort, und die Frage war einfach: Kommst du mit oder nicht?
Die Prognose versprach weiteren Schnee, und Bakhmaro wirkte wie die perfekte Idee. Ein hoch gelegenes Dorf nur ein paar Dutzend Kilometer vom Schwarzen Meer entfernt, ohne eine einzige Seilbahn, mit viel Gelände für Freeride und mit Snowcats statt Sesselliften.
Ein Ort, der eigentlich gar kein Skigebiet ist
Bakhmaro liegt in Westgeorgien in der Region Guria, auf etwa 2 050 Metern über dem Meeresspiegel. Vom Schwarzen Meer trennt es nur etwa 50 Kilometer. Gerade die Kombination aus feuchter Luft vom Meer und den Bergen macht die Gegend zu einem Ort, an dem im Winter wirklich viel Schnee fallen kann.
Im Winter gibt es hier keine klassischen Liftanlagen und keine präparierten Pisten. Gefahren wird mit Skitouren, auf Schneemobilen oder beim Cat-Skiing. Bakhmaro ist eher eine Basis für Pulvertage als ein normales Skigebiet mit Kassa und Drehkreuzen.
Zuerst Eis. Dann kam etwas zu viel Schnee.
Am Anfang war es ziemlich eisig. Dann drehte das Wetter um und es begann zu schneien. Und zu schneien. Und dann noch ein bisschen mehr.
Schwer zu sagen, wie viel genau gefallen ist. Ein einfacher Maßstab war der Skistock: 125 Zentimeter verschwanden komplett im Schnee. Und laut Vorhersage sollten noch etwa 60 Zentimeter dazukommen.
Wenn der Schnee zu tief ist
Auf Fotos sieht tiefer Pulverschnee immer wie pures Glück aus. Die Realität ist etwas lustiger. In sanften Hängen war es in solchen Schneemengen praktisch unmöglich zu fahren. Anhalten bedeutete graben, Ski ausbuddeln und wieder losstarten.
Die Wälder waren schön, aber wenn man ständig nach den Skiern unter dem Schnee sucht, sinkt die Romantik ein wenig. Steilere offene Hänge verlangen nach dem großen Schneefall wiederum Respekt, Lawinenausrüstung und gutes Urteilsvermögen. Bakhmaro ist Freeride, kein sicherer Park mit Begrenzungen.
Cat-Skiing: Der Pistenbully als Seilbahn
Vier Tage lang sind wir Cat-Skiing gefahren. Der Snowcat bringt euch hinauf, die Gruppe springt raus, fährt das freie Gelände ab und der Pistenbully findet euch unten wieder. In Bakhmaro ist das einer der sinnvollsten Wege, um ohne Lifte an riesige Geländemengen zu kommen.
Die lokalen Betreiber fahren offene Hänge ebenso wie Waldpassagen. Bei schlechterer Sicht kann man sich in den Wald zurückziehen, bei gutem Wetter geht es höher hinauf und auf offenere Linien.
Der Pistenbully bringt die Gruppe ins Gelände, ihr fahrt den freien Hang ab und weiter unten sammelt er euch wieder ein.
Wenn der Pistenbully nicht reicht, kommen die Raupen zum Einsatz
Zwei Tage waren wir auf Skitour unterwegs. Bakhmaro ist dafür wie geschaffen: Rund um das Dorf gibt es viele Grate und Hänge, aus denen man je nach Wetter, Schnee und Lawinensituation wählen kann.
Uns ging es nicht darum, bestimmte Gipfel zu sammeln. Eher darum, einen Hang zu finden, der an diesem Tag Sinn ergab und auch bei absurd viel Neuschnee eine Chance hatte, fahrbar zu sein.
Vier Aktivitäten von der Expedition. Routen, Höhenmeter und genau die Art Urlaub, bei der sich Erholung daran misst, wie oft ihr pro Tag die Steigfelle anzieht.
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Der Pistenbully ist ausgefallen. Katka ist steckengeblieben. Ich habe fast die Sauna angezündet.
Natürlich, wenn alles funktioniert hätte, gäbe es nichts zu erzählen. Ein Pistenbully ist kaputtgegangen. Katka hat den Hausherrn überredet, ihr eine Fahrt mit dem Schneemobil zu erlauben, und kurz darauf war sie im Schneeverwehung verschwunden. Wir haben dann ungefähr eine Stunde gewartet, bis alles ausgegraben war.
Und ich habe fast die Sauna angezündet. Dazu braucht es keine großen technischen Details.
Der Bonus kam auf Skiern. „Kaki, wir fahren Rennen. Hier ist es schon eingefahren.“ Fünfzig Meter später ein unfreiwilliger Backflip. Genau dieser Moment, wenn ihr noch eine Sekunde zuvor sicher seid, dass euch so etwas niemals passieren kann, und dann erst in der Luft merkt, warum euer Kopf dort ist, wo eigentlich die Ski sein sollten.
Kaukasus, Schwarzes Meer und ein Land, in dem sich der Abstecher in den Schnee lohnt
Georgien liegt zwischen dem Schwarzen Meer und dem Kaukasus. Für Skifahrer ist es vor allem für größere Gebiete wie Gudauri bekannt, doch Bakhmaro ist eine ganz andere Liga. Weniger Infrastruktur, mehr Wildnis und im Winter ein Dorf, das praktisch von der normalen Anreise abgeschnitten ist.
Die Anreise im Winter ist Teil des Abenteuers. Die letzten Kilometer liegen oft unter Schnee und werden mit Geländewagen, Schneemobilen oder Snowcats zurückgelegt.
Noch einmal hin?
Ohne zu zögern. Bakhmaro ist nicht geschniegelt, und genau deshalb funktioniert es. Wenn ihr den richtigen Schnee erwischt, bekommt ihr riesige Mengen Powder, ein Minimum an klassischer Infrastruktur und Fahrten, die sich nicht mit einem normalen Tag im Skigebiet vergleichen lassen.
Nur beim nächsten Mal vielleicht etwas weniger Schnee. Und eine sicherere Heizung in der Sauna.