Was ist Teamtraining

In der Trainingspraxis bezeichnet Teamtraining eine organisierte Trainingseinheit, bei der eine Gruppe von Skifahrern unter Anleitung eines Trainers an einem gemeinsamen Ziel arbeitet. Das kann die Entwicklung grundlegender Bewegungsfertigkeiten, die Technik des freien Fahrens, das Tortraining, die konditionelle Vorbereitung oder das Einüben von Wettkampfabläufen sein.

Ein gemeinsames Ziel bedeutet jedoch nicht, dass alle dieselbe Strecke, dieselbe Anzahl an Fahrten, dieselbe Geschwindigkeit oder dieselbe technische Aufgabe absolvieren müssen. Qualitatives Teamtraining verbindet gemeinsame Organisation mit individuell angemessener Belastung.

Die Bedeutung des Teams im Einzelsport

Das Ergebnis im alpinen Skilauf hängt vor allem von der Fahrt des einzelnen Wettkämpfers ab. Eine Vereinsmannschaft schafft dennoch ein Umfeld, in dem der Skifahrer durch das Beobachten von Gleichaltrigen, den Vergleich verschiedener Lösungen, das gemeinsame Einhalten von Abläufen und das Annehmen von Feedback lernt.

Ein Team hat eine aufgabenbezogene und eine soziale Seite. Aufgabenzusammenhalt bedeutet Zusammenarbeit beim Erreichen des Trainingsziels; sozialer Zusammenhalt beschreibt die Beziehungen und das Zugehörigkeitsgefühl zur Gruppe. Die Jugendspor tforschung verbindet eine gute Trainer-Sportler-Beziehung und ein aufgabenorientiertes Klima mit höherem Zusammenhalt und autonomer Motivation. Diese Erkenntnisse gelten nicht nur für den Skisport und bedeuten nicht, dass eine gute Atmosphäre automatisch zu einem besseren Wettkampfergebnis führt.

Teamtraining für Kinder

Bei Kindern darf eine Gruppe nicht allein nach dem Kalenderalter geführt werden. Wichtig sind auch die Erfahrungen im Schnee, die Selbstständigkeit, das technische Niveau, die körperliche und motorische Entwicklung, das Verständnis für Anweisungen und die sichere Bewegung im jeweiligen Gelände. Rahmenkonzepte für die langfristige Entwicklung von Skifahrern passen den Trainingsinhalt daher an die Entwicklungsphase und die Bereitschaft des Sportlers an, nicht nur an die Altersklasse.

Jüngere Kinder brauchen in der Regel kurze und verständliche Aufgaben, häufige Aktivität und möglichst wenig untätiges Warten. Unterschiedliche Belastungen lassen sich durch die Wahl des Geländes, den Abstand und die Anordnung der Hilfsmittel, das Tempo, die Anzahl der Wiederholungen oder eine einfachere und anspruchsvollere Version derselben Aufgabe schaffen. Es gibt keine allgemeingültige Vorschrift; die konkrete Lösung bestimmt der Trainer je nach Bedingungen und Fähigkeiten der Gruppe.

Teamtraining – technische Illustration Ski Loko

Eine angemessene Wahlmöglichkeit oder die Einbindung der Kinder in die Lösung der Aufgabe kann das Gefühl von Selbstständigkeit und Kompetenz stärken. Die Jugendspor tforschung weist zugleich darauf hin, dass Einschüchterung und stark kontrollierendes Verhalten des Trainers mit einer Frustration psychologischer Bedürfnisse und einem schwächeren sportlichen Engagement zusammenhängen.

Organisation und Sicherheit

Zur sicheren Organisation gehört es, Startort, Fahrtrichtung, Reihenfolge, Startsignal und sichere Stoppzone im Voraus festzulegen. Die Kinder müssen wissen, wo sie warten und wo sie zurückfahren. Der Trainer muss die ganze Gruppe im Blick behalten, nicht nur die schnellsten Läufer.

Eine allgemeingültige Zahl von Kindern pro Trainer lässt sich ohne Kontext nicht festlegen. Die angemessene Gruppengröße hängt vom Alter und der Selbstständigkeit der Kinder, von der Schwierigkeit des Hangs, dem Wetter, der Sicht, der Art der Übung, der Streckenorganisation und der Anwesenheit weiterer Trainer oder Helfer ab.

Wettkampfkontext

In einer Wettkampfmannschaft umfasst Teamtraining auch gemeinsame Abläufe: Einfahren, Besichtigung der Strecke, Vorbereitung auf den Start, Kommunikation mit dem Trainer und Auswertung der Fahrten. Der gemeinsame Ablauf hebt jedoch die individuelle Verantwortung des Wettkämpfers für seine Vorbereitung, sein Verhalten und die Befolgung der Anweisungen nicht auf. Auf höherem Niveau wird das Gruppenprogramm immer stärker mit dem individuellen Leistungsplan des Sportlers verknüpft.

Typische Fehler

Unter Teamtraining kann man nicht einfach das Fahren der ganzen Gruppe hinter dem Trainer verstehen. Häufige Fehler sind gleiche Anforderungen für stark unterschiedliche Skifahrer, langes Warten, unklare Organisation, die Bewertung jeder Fahrt als interner Wettkampf oder die Aufmerksamkeit nur für die Besten.

Der Blick des Trainers soll darauf gerichtet sein, was die Gruppe lernen soll und was jedes einzelne Mitglied braucht. Gemeinsame Regeln, ein klares Ziel und gegenseitige Unterstützung halten das Team zusammen; unterschiedliche Aufgaben, Beobachtung der Einzelnen und konkretes Feedback sorgen dafür, dass sich im Team auch jeder Skifahrer individuell weiterentwickelt.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Alpine Canada – Long-Term Athlete Development: Reference Materials
  2. Alpine Canada – Planning for Performance
  3. Alpine Canada – Alpine Skiing Entry Level Coaching Course Portfolio
  4. Sport for Life – Long-Term Development in Sport and Physical Activity 3.0
  5. U.S. Ski & Snowboard – Alpine Training Systems
  6. Conroy, Coatsworth – Assessing Autonomy-Supportive Coaching Strategies in Youth Sport
  7. Vieira et al. – Coach-athlete relationship, team cohesion and motivation in Brazilian youth athletes
  8. Moreno-Murcia et al. – Coach autonomy support, controlling behaviours, motivation and sport commitment
  9. Weiss, Moehnke, Kipp – Coach and teammate motivational climate and team cohesion among female adolescent athletes